14.12.2016

Beatrix Fuchs und Stefan Hetsch.

Erste Erfahrungsberichte

Von Heiko Haffmans

Interview mit Stefan Hetsch

Herr Hetsch, warum sind Sie Teil der Initiative nachhaltige Kanzlei geworden?

Stefan Hetsch: Die Initiative bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um gemeinsam mit anderen Steuerberatern die eigene Kanzlei weiterzuentwickeln. Viele der Förderprogramme, die im Rahmen des Projekts genutzt werden, sind auch für Mandanten und andere Kanzleien interessant. Wir bauen derzeit im Rahmen der Initiative ein Netzwerk auf, das unter dem Motto „Berater für Berater“ steht. Unser Ziel ist, neue Dienstleistungskonzepte zu erschließen, sowohl für die Beratung von Mandanten, aber auch von Berufskollegen.

Wie haben Sie das Programm der „Nachhaltigen Steuerkanzlei“ bei sich umgesetzt?

Hetsch: Was die IT-Prozesse angeht, zum Beispiel das auftragsorientierte Arbeiten, war meine Kanzlei immer schon recht weit. Dieser große Block fiel somit weg. Wir haben uns zunächst dem Themenfeld Ressourcensparen gewidmet, eine Papierverbrauchsanalyse gemacht und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet. Danach haben wir mit einem externen Berater das „Unternehmenswert Mensch“-Konzept umgesetzt. Gemeinsam haben wir zum einen die Kommunikation der anstehenden Veränderungsprozesse gegenüber den Mitarbeitern optimiert. Zum anderen haben wir uns aber auch mit Führungs- und Managementfragen beschäftigt. Ab Januar ist eine QuB-Zertifizierung geplant. Ich habe in der Kanzlei außerdem die Stelle eines DCO, eines Digital Chief Officer, geschaffen, der die Veränderungsprozesse koordiniert.

Wo sehen Sie Ihre Kanzlei in einem Jahr?

Hetsch: Ich sehe uns als Wirtschafts- und Beratungskanzlei mit schlanken und automatisierten Prozessen. Bei uns soll die betriebswirtschaftliche Beratung mehr und mehr im Vordergrund stehen.

Interview mit Beatrix Fuchs

Frau Fuchs, was war für Sie ausschlaggebend, an der Initiative nachhaltige Kanzlei teilzunehmen?

Beatrix Fuchs: Das gesamte Thema Nachhaltigkeit hat mich schon immer interessiert und war auch immer ein Aspekt des Kanzleimanagements. Ich möchte durch die Teilnahme an der Initiative meine Erwerbsquelle langfristig erhalten und auch die nächsten 15 Jahre hier beruhigt arbeiten.

Wie sind Sie das Projekt in Ihrer Kanzlei angegangen?

Fuchs: Wir haben klassisch mit der QuB-Zertifizierung begonnen und anschließend das auftragsorientierte Arbeiten eingeführt. Etwas untypisch haben wir erst dann das „Unternehmenswert Mensch“-Programm durchgeführt und unser Personalmanagement verbessert.

Wie haben Ihre Mitarbeiter die Veränderungsprozesse aufgenommen?

Fuchs: Für Mitarbeiter ist es eher angenehm, auftragsorientiert zu arbeiten. Tatsächlich ist die Umstellung zunächst für das Controlling stressig – also für den Kanzleiinhaber. Durch meine neuen Controlling-Aufgaben habe ich allerdings ein ganz anderes Gefühl für Produktivität innerhalb unserer Prozesse gewonnen.

Wo möchten Sie Ihre Kanzlei hin entwickeln?

Fuchs: Wir möchten noch stärker als bislang schon in die betriebswirtschaftliche und Organisationsberatung. Ich verspreche mir, dass wir in naher Zukunft an den Punkt kommen, an dem wir nicht mehr nur reagieren und Getriebene der Verwaltung sind, sondern stattdessen den Mandanten aktiv und ganzheitlich beraten. Unser Ziel ist, dass wir zum strategischen Partner der Mandanten aufsteigen. Das festigt zum einen die Kanzleibindung – meiner Erfahrung nach macht es aber zum anderen auch die Honorardiskussion überflüssig. Vielen Dank für das Gespräch

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