22.08.2017

Umweltstaatsministerin Ulrike Scharf

Steuerberater bringen hohe Sachkompetenz und Glaubwürdigkeit mit

LSWB-Magazin: Welche Bedeutung hat nachhaltiges Wirtschaften für den Erfolg eines mittelständischen Unternehmens?

Ulrike Scharf: Wir wollen unsere bisherigen Erfolge beim Schutz der Umwelt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft weiter ausbauen. Kunden und Gesellschaft stellen hohe Ansprüche an den Umweltschutz in Unternehmen. Neben qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen erwarten sie auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Umwelt. Dazu muss die Entwicklung umweltfreundlicher Produktionsverfahren vorangetrieben werden. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist eine nachhaltige Wirtschaftsweise oftmals das ausschlaggebende Kriterium für die Entscheidung eines Bewerbers und für die langfristige Bindung von Mitarbeitern an ihr Unternehmen. Auch für die Geschäftspartner eines Unternehmens spielt Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle und sichert so langfristig den Unternehmenserfolg.

LSWB-Magazin: In wieweit greifen hier ökologische und ökonomische Aspekte ineinander?

Scharf: Die Rohstoffwende beginnt vor Ort. Klimawandel, Ressourcenverknappung, Energie- und Flächenverbrauch und der Verlust von Biodiversität sind nur einige Herausforderungen, die sowohl ökologische als auch ökonomische Auswirkungen haben. Wir brauchen eine nachhaltige Versorgung Bayerns mit Rohstoffen. Dafür brauchen wir auch einen effizienten Einsatz unserer natürlichen Ressourcen. Der Umweltpakt Bayern und die vielen teilnehmenden Unternehmen machen seit mehr als 20 Jahren sichtbar, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze sind. Sie tragen gemeinsam zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand in einer intakten Umwelt bei. Nachhaltiges Wirtschaften spart in den Unternehmen hohe Kosten, motiviert die Mitarbeiter und verschafft Vorteile im Marketing. Hierzu haben wir erst kürzlich Tipps zum Marketing mit Umweltthemen erstellt


LSWB-Magazin: Die Mitglieder des LSWB beraten und prüfen einen bedeutenden Teil des bayerischen Mittelstands. Was erwarten Sie vor diesem Hintergrund von den bayerischen Steuerberatern?

Scharf: Steuerberater bringen hohe Sachkompetenz, hohe Vertrauens- und Glaubwürdigkeit mit und kennen die Unternehmen ihrer Mandanten oft schon seit langem. Das sind ideale Voraussetzungen, um gezielt mittelständische Unternehmen für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Steuerberater sollten ihre Mandanten auf die ökonomischen Vorteile hinweisen, die eine nachhaltige Wirtschaftsweise mit sich bringt. Auch können sie den Kontakt zu Fachinformationen, zum Beispiel über unser Infozentrum UmweltWirtschaft, herstellen. Natürlich müssen sie dabei selbst mit gutem Beispiel voran gehen und Nachhaltigkeit auch in ihrer eigenen Kanzlei leben.

LSWB-Magazin: Was kann die Kanzlei vor Ort tun, wenn sie sich unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten besser aufstellen will?

Scharf: Voriges Jahr haben wir das „Handbuch Nachhaltige Steuerkanzlei“ als gemeinsames Umweltpakt-Projekt fertiggestellt. Darin ist alles enthalten, was eine Kanzlei braucht, um sich eine schnelle Übersicht über ihren Status quo in den Bereichen Umwelt und Kanzleiprozesse zu verschaffen. Außerdem werden Handlungsfelder zum Ressourcensparen benannt und mit Beispielen aus der Praxis veranschaulicht. Ich bin überzeugt, dass fast jede Kanzlei noch Möglichkeiten finden kann, um Energie und Ressourcen, wie beispielsweise Papier, einzusparen. Ideal wäre es natürlich, wenn sich die Kanzlei nach einem anerkannten Umweltmanagementstandard zertifizieren lässt. Das gewährleistet die systematische Verankerung der Nachhaltigkeit im Alltag. Wir fördern das mit unserem neuen Umweltmanagement- und Auditprogramm. Damit ist die Kanzlei fit für die Zukunft.

LSWB-Magazin: Vielen Dank für das Gespräch.

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