05.06.2019

Claus Reder, Vorstand der VR-Bank Würzburg und Leiter der Firmenkundenabteilung; LSWB-Vorstandsmitglied Sabine Wirsching

Ein Geldinstitut gibt Einblick in die Praxis der Kreditvergabe

„Die Gläserne Bank“

Von Manuela Fritz, LSWB-Magazin

Die Kreditvergabe von Banken ist keine Selbstverständlichkeit, für viele Unternehmen aber eine Notwendigkeit, um sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln und Investitionen zu tätigen. Die Beantragung eines (Unternehmens-)Kredits ist für den Mandanten wie den Steuerberater zeit- und arbeitsaufwendig, vor allem wenn die wichtigsten Parameter für eine positive Kreditentscheidung der Geldinstitute nicht bekannt sind. Wodurch steigen die Chancen auf eine Kreditbewilligung? LSWB-Vorstandsmitglied Sabine Wirsching hat daher bereits zum zweiten Mal in die LSWB-Akademie zum Workshop „Die gläserne Bank“ eingeladen.

Die zu beantwortenden Fragen lagen auf der Hand: Wo und wie können Steuerberater die Mandanten aktiv beim Kreditprozess unterstützen? Welche Hilfsmittel bieten die Software-Produkte? Wie treffen Banken ihre Kreditentscheidungen? Was hat sich bei der Kreditvergabe durch die Einführung von Basel II und III, MaRisk und KWG verändert?

Nicht jede Bank lässt sich bei ihren internen Prozessen gerne in die Karten sehen. Es gibt aber auch Banken, die ihre Kreditvergabe-Praxis transparent gestalten und im gegenseitigen Interesse mit dem Kreditnehmer zusammenarbeiten. Claus Reder, Vorstand der VR-Bank Würzburg und verantwortlich für die Firmenkundenabteilung, und Kerstin Amend-Maar aus der Abteilung Marktfolge der VR-Bank Würzburg waren als Experten eingeladen und stellten die Entscheidungsprozesse, die einer Kreditbewilligung in ihrer Bank vorausgehen, transparent dar.

Generell hat sich, gerade in Zeiten von geringerer Eigenkapitalquote der Banken und damit geringeren Kreditvergabemöglichkeiten, nichts am Grundsatz geändert: Verleiht die Bank Geld, will sie sichergehen, dass sie es auch wieder zurückerhält. Um das zu beurteilen, prüft die Bank vor Vertragsabschluss alle kreditrelevanten Informationen und beurteilt die Kreditwürdigkeit. Basel II gilt als Geburtsstunde der Einführung von Ratingverfahren. Seitdem gilt: Je höher das Risiko des Kreditnehmers bewertet wird, desto höher muss der Kredit durch Eigenkapital der Bank hinterlegt werden.

Bei der VR-Bank Würzburg ist dabei entscheidend, dass Mandant bzw. Steuerberater die Unterlagen vollständig vorlegen, erst dann beginnt die Prüfung. Am Ende der Prüfung steht die Kreditentscheidung. Im schriftlichen Angebot müssen alle kreditrelevanten Parameter inklusive Sicherheiten aufgeführt sein.

Bei guter Vorbereitung und aussagekräftigen Unterlagen liegen bei der VR-Bank Würzburg gerade mal zwei Wochen zwischen Anmeldung des Kreditwunsches bis zur Auszahlung. Außerdem hat der Kreditnehmer jederzeit die Möglichkeit, Informationen über das Rating einzuholen: Auf Wunsch nennt die Bank die dafür verwendeten Datenarten und teilt das Ratingergebnis mit. Falls der Kreditantrag negativ beschieden wird, lohnt es immer nachzufragen.

Im Seminar „Die Gläserne Bank“ erfahren die Teilnehmer

  • wie der Kreditprozess in einer Bank abläuft,
  • welche betriebswirtschaftlichen Unterlagen
  • wie ausgewertet werden,
  • was Unternehmen für die Stärkung ihres Eigenkapitals tun können
  • welche Rolle die einzelnen Bilanzpositionen bei einer Kreditentscheidung spielen,
  • wie wichtig Covenants sind und was sich genau dahinter verbirgt,
  • wie das Verschuldungspotenzial ermittelt und bewertet wird,
  • was Rating genau bedeutet und wie dies ermittelt wird,
  • welche Bedeutung die unterschiedlichen Arten von Kreditsicherheiten haben,
  • wie wichtig Softskills sind – z. B. ein Unternehmer-Notfallplan

Das Seminar hat Workshop-Charakter, und die Teilnehmer bringen sich aktiv mit lebendigen Diskussionen ein.

Initiatorin Wirsching ist sich sicher: Gerade hier liegt die Zukunft der Steuerberater, denn betriebswirtschaftliche Beratung bei High-End-Sachverhalten werden nicht durch KI und Automatisierung wegfallen.

VR-Bank Würzburg

Seit über 100 Jahren ist die Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG (kurz: VR-Bank Würzburg) in dieser Region aktiv und ist mit über 350 Mitarbeiter/innen und 37 Filialen im Geschäftsgebiet die größte Genossenschaftsbank in Mainfranken mit einer Bilanzsumme von über 1,8 Mrd. EUR.

Für rund 5.700 Firmenkunden stehen 15 Berater für die aktive Betreuung und persönliche Beratung vor Ort zur Verfügung, ergänzt durch videogestützte Service- und Beratungsleistungen. Die mittelständischen Unternehmen und Privatkunden profitieren von der Fachkompetenz der Bank als verlässlichem Partner. Auch im Jahr 2018 wurde die VR-Bank Würzburg für die beste Privatkunden- und Firmenkundenberatung in Würzburg von Focus Money ausgezeichnet.

Seminare zum Thema

Die nächsten Termine sind am 30.10.2019 in München und 31.10.2019 in Nürnberg.
Weitere Infos folgen in Kürze auf lswb-akademie.bayern

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