22.08.2019

l.: Die Initiatoren Daniela Zehentbauer und Dieter Pfab mit Prof. Martin Halle (Mitte) / r.: Michael Dorner (rechts) von der zentralen QuB-Stelle in Nürnberg bei der Urkundenübergabe an die Kanzlei Schweiger.

Prozessoptimierung und Veränderungsmanagement im Fokus

Netzwerktreffen Nachhaltige Steuerkanzlei setzt Zeichen bei Ressourceneffizienz

Von Dieter Pfab, Umweltbeauftragter des LSWB

Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz gepaart mit betrieblichem Gesundheitsmanagement und Veränderungsprozessen in Steuerkanzleien und KMUs – das war das Themenspektrum des Netzwerktreffens Nachhaltige Steuerkanzlei am 27. Juni im Stockerhof in Pfaffenhofen.

Veranstalter waren die Bayerische Akademie für Umwelt, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung (AUGE) in Ko-
operation mit der Steuerkanzlei Pfab und der GO Beratung Pfaffenhofen GmbH. Unterstützt wurde das Netzwerktreffen vom LSWB im Rahmen der „Initiative nachhaltige Steuerkanzlei“. 140 Teilnehmer aus über 60 Kanzleien und KMUs waren der Einladung gefolgt. Die hohe Teilnehmerzahl bestätigt den Themenfokus und zeigt das Interesse an nachhaltiger Kanzleiführung, Prozessoptimierung und Veränderungsmanagement.

Das vielfältige Tagungsprogramm startete am Vormittag mit einem eindrucksvollen Vortrag von Prof. Martin Halle, Leiter des Zentrums für Sport und Präventionsmedizin der TU München, mit den Themenblöcken:

  • Clever essen, konzentrierter arbeiten: Wie bleiben Kanzleileitung und Mitarbeiter fit im anspruchsvollen Arbeitsalltag und wie kann man Leistungstiefs vorbeugen?
  • Zellen fahren gerne Fahrrad: Fit und gesund im Arbeitsalltag durch sieben Minuten Training pro Tag.
  • Gute Nacht! Wie die Schlafqualität die Gesundheit fördert.
  • Bewegung statt Burnout – wie Belastungen im stressigen Arbeitsalltag besser bewältigt werden können und Chefs und Mitarbeiter gesund bleiben.

Der Vortrag von Prof. Halle und der Austausch im Nachgang stieß auf reges Interesse bei den Teilnehmern, denn das Thema nachhaltige Unternehmensführung ist untrennbar mit der Gesundheit und Belastbarkeit von Kanzlei-/Unternehmensleitung und Mitarbeitern verknüpft.

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung folgte nach der Mittagspause. 25 Steuerkanzleien und KMUs wurden in feierlichem Rahmen Zertifikate für zertifizierte nachhaltige Unternehmensführung verliehen. Hier handelt es sich um Zertifikate des Qualitätsverbundes umweltbewusste Betriebe (QuB). Ein besonderer Dank gilt hier Michael Dorner von der zentralen QuB-Stelle in Nürnberg, der die Zertifikate gemeinsam mit Beraterin Daniela Zehentbauer von der GO Beratung Pfaffenhofen GmbH überreichte.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen von Prozessoptimierung und Veränderungsmanagement und war in zwei Fachforen aufgeteilt, bei denen neben den Experten der jeweiligen Podiumsdiskussion auch die teilnehmenden Steuerkanzleien, KMUs und deren Mitarbeiter aktiv in die Diskussion mit eingebunden waren. Neben der Vermittlung von Fachwissen standen bei beiden Foren der gegenseitige Austausch und das Netzwerken im Vordergrund.

Fachforum 1: Veränderungen einleiten und nachhaltig verankern

Jede Änderung ist schwer. Diese Aussage werden die meisten Steuerkanzleien unterschreiben können. Dies betrifft nicht nur Änderungen innerhalb der Kanzlei, sondern trifft auch auf jene Veränderungsprozesse zu, die die Kanzlei ihren Mandanten nahebringen will. Viele Änderungsprozesse verlaufen im Sand oder gestalten sich schwierig, da es den Beteiligten am Willen zur Veränderung mangelt.

Unter Leitung von Professor Oliver Szasz kamen im Rahmen des Fachforums Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen zu Wort, die alle ihre persönlichen Erfahrungen mit Veränderungsprozessen in der Praxis gemacht haben. Vorgestellt wurde ein 6-Schritte-Plan, mit dem Optimierungsprozesse eingeleitet und verankert werden können. Zu jedem einzelnen Schritt brachten die Experten auf dem Podium ihre Empfehlungen zum Ausdruck. Illustriert wurden die einzelnen Meilensteine durch Aufnahmen, die im Rahmen des von Helmut Achatz geleiteten Projekts „Eagle Wings“ entstanden sind. „Eagle Wings“ verdeutlicht, was das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen mit der durch den Menschen verursachten Klimaerwärmung zu tun hat. Dem Betrachter wird die Dringlichkeit der Situation vor Augen geführt. Hieraus ergibt sich eine wichtige Erkenntnis im „Change Management“, nämlich, dass allen Beteiligten klar sein muss, dass die angestrebte Änderung notwendig ist. Wenn diese Notwendigkeit, unterstützt durch Bilder, bei allen Beteiligten Emotionen hervorruft, ist der erste Schritt im Veränderungsprozess erfolgreich eingeleitet.

Die weiteren Schritte, von der Visionsformulierung, der Einbindung der Beteiligten bis hin zur dauerhaften Verankerung der neuen Vorgehensweisen wurden auf dem Podium rege diskutiert.

Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass „Change Management“ eine Frage der Systematik und der Kommunikation ist. Viel Ärger und verlorene Energie kann gespart werden, wenn es gelingt, Mitarbeiter und Mandanten von der Notwendigkeit von Änderungen zu begeistern. Hierzu ist jedoch neben Überzeugungskraft ein schrittweises Vorgehen anzuraten.

Fachforum 2: Wandel im Berufsbild – Steuerberater aus Sicht der Mandanten

Moderiert von Steuerberater Dr. Thomas Späth diskutierten Kollegen und Mandanten über die neuen Aufgabengebiete des steuerberatenden Berufes. Welches Wissen haben die Steuerberater über die Verwaltungsprozesse der Unternehmen? Warum bekommen die Mandanten nicht mehr Unterstützung im Bereich der Digitalisierung? Welche zusätzlichen Fähigkeiten benötigen Mitarbeiter und Steuerberater, um Mandanten ganzheitlich unterstützen zu können. Stellvertretend für die teilnehmenden Mandanten konnte Andrea von Haniel, Geschäftsführerin der E-Werke Haniel in Haimhausen, darstellen, wie weit die Beratung der nachhaltigen Steuerberater über die klassischen Bereiche hinausgeht und welchen Vorteil die Arbeit im Netzwerk der Nachhaltigen Kanzlei bereits jetzt für Mandanten bringen kann.

Flankiert wurden die Vorträge ganztägig durch Ausstellungen und Infostände von über zehn Kooperationspartnern des Netzwerkes. Dies reichte von den Themen Marketing, Datenschutz, Wissensvermittlung, Ressourceneffizienz bis hin zu Infoständen zu betrieblichem Gesundheitsmanagement.

Abschließend lässt sich bilanzieren: Eine rundum gelungene Veranstaltung mit hoher Teilnehmeranzahl an LSWB-Mitgliedern und Mandanten, die gemeinsam ein eindrucksvolles Zeichen für nachhaltige Kanzlei- und Unternehmensführung in Zeiten des Wandels der Steuerberaterbranche gesetzt haben.

Der Nachhaltigkeitstag hat klar gezeigt, welche außergewöhnliche Position Steuerberater haben – hinsichtlich der großen Veränderungen bedingt durch die Auswirkungen der Digitalisierung und der umfassenden Betreuung der KMUs. Der LSWB ist mit seinem Netzwerk dafür bestens gerüstet – gut 100 Kanzleien und viele Kooperationspartner und nachhaltige Unternehmen zeigen, dass es der richtige Weg ist.

Information

Weitere Information zur „Initiative nachhaltige Steuerkanzlei“ finden Sie unter www.lswb.bayern/Nachhaltige-Steuerkanzlei und unter www.nachhaltige-kanzlei.de

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