10.12.2019

Fußball und Steuerrecht: Es gilt in beiden Fällen, ständig am Ball zu bleiben.

Michael Seifert, Referent bei der Seminarreihe „Aktuelles Steuerrecht“, im Interview

Neu an Bord

Von André Gorpe, Referent PR und Marketing

André Gorpe: Herr Seifert, seit diesem Jahr gehören Sie zu dem Referententeam des „Aktuellen Steuerrechts“. Sicherlich haben Sie sich darüber ebenso gefreut wie über den Aufstieg des 1. FC Köln. Was haben Sie sich vorgenommen? Was dürfen die Teilnehmer von Ihnen erwarten?

Michael Seifert: Zunächst zum Thema 1. FC Köln: Mit diesem Fußballclub verbinde ich als „Lebenslanges Mitglied“ viel Emotion und Leidenschaft. Allerdings zeigt mein geliebter Fußballclub in den letzten 21 Jahren mit sechs Abstiegen und der aktuellen Situation auch, dass Tradition und Emotion alleine nicht ausreichen, um die sportlichen Erwartungen auch nur ansatzweise zu erfüllen. Dies ist 1:1 auf das Steuerrecht übertragbar. Gerade im Steuerrecht gilt es, ständig aktuell am Ball zu bleiben. Nur so ist die erfolgreiche Beraterzukunft gesichert. Gerade wegen der fortschreitenden künstlichen Intelligenz, die massiv Einzug in die Beratungskanzleien hält, wird die Nähe zum Mandanten, verbunden mit einem breiten aktuellen und detaillierten Fachwissen nicht nur verlangt, sondern wie selbstverständlich erwartet. Durch die nachhaltige Teilnahme an der Seminarreihe „Aktuelles Steuerrecht“ können die Berater diese Erwartungshaltung nachhaltig erfüllen.

Gorpe: Das „Aktuelle Steuerrecht“ hat den Anspruch, den Teilnehmern alles Aktuelle zeitnah zu vermitteln. Auf welchem steuerrechtlichen Themengebiet wird Ihr Fokus dabei liegen?

Seifert: Das Steuerrecht muss ganzheitlich betrachtet werden. Ein Schubladen-Denken reicht nicht aus. Die Fokussierung liegt – wie Sie in der Fragestellung zu Recht beschreiben – auf einzelnen Themenkomplexen wie z. B. der Nachfolge- oder Immobilienbesteuerung. Durch zwei Referenten, die die jeweilige Seminarveranstaltung „Aktuelles Steuerrecht“ leiten, ist diese fachliche Breite gewährleistet. 

Welches steuerliche Themengebiet in meinem Fokus liegt? Durch meine früheren Tätigkeiten in den Verbänden – gerade auch in der Steuerabteilung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages –, der Beratungstätigkeit in einer seit 1997 kooperierenden Einzelkanzlei sowie der Mitautorenschaft im Einkommensteuer-Kommentar Korn bin ich den ertragsteuerrechtlichen Themen besonders eng verbunden. Auch die zum Teil belächelten lohnsteuerrechtlichen Themen, die ich in mittelständischen Unternehmen und in Konzernfällen begleite, gehören zu meinen praktischen Tätigkeitsschwerpunkten.

Gorpe: Was zeichnet das „Aktuelle Steuerrecht“ nach Ihrer Einschätzung besonders aus, speziell im Vergleich zu Angeboten anderer Seminaranbieter?

Seifert: Die Seminarreihe „Aktuelles Steuerrecht“ durfte ich jüngst erstmals mitgestalten. Meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Die Seminarinhalte sind aktuell, praxisnah und nachvollziehbar aufgebaut. Auch verästeln sich die gewählten Themen nicht in viele unübersichtliche Details, sondern sie kommen bei den wesentlichen Entwicklungen auf den Punkt. Der Mehrwert für den Berater ist aus meiner Sicht deutlich höher als ich es zunächst erwartete.

Die hohe Akzeptanz der Kollegen zeigt sich auch an den Rückfragen und dem Verhalten der Teilnehmer: Während der Veranstaltung notieren sich die Teilnehmer gezielt eigene Fälle und deren Mandantennamen in der ausführlichen und detaillierten Seminarunterlage. Nach der Veranstaltung werden diese von Beratern gerne auch leidenschaftlich mit den Referenten diskutiert.

Gorpe: Wo sehen Sie im Steuerrecht zukünftig den größten Handlungsbedarf und was folgt daraus für die Teilnehmer der Seminarreihe „Aktuelles Steuerrecht“?

Seifert: Digitalisierung breitet sich im Beratungsalltag massiv aus. Für den Berater heißt dies aber keinesfalls, dass seine Arbeit nicht mehr erforderlich ist. Das Gegenteil ist der Fall: Denken Sie an Erbfolgeregelungen, bei denen das Beratungs-Know-how unersetzlich ist. Denken Sie an internationale Lieferketten, die stets hochkomplexe umsatzsteuerliche Einschätzungen erfordern. Denken Sie an die Immobilienbesteuerung, die eine Beratung auf aktueller Grundlage in noch höherem Maße als bislang erfordert. Fazit: Die Arbeit verändert sich hin zu fachlichen Beratungsfeldern – da müssen wir uns nichts vormachen –, sie geht aber nicht aus. Der größte Handlungsbedarf besteht gegenwärtig darin, diese Entwicklung zu verinnerlichen und hierauf durch die Setzung von fachlichen Schwerpunkten und durch die gezielte Fortbildung zu reagieren.

Gorpe: Zu guter Letzt: Die Digitalisierung spielt aktuell eine wichtige Rolle in der Steuerberatung. Wem würden Sie als Mandant mehr vertrauen, ihrem Steuerberater oder Siri?

Seifert: Ganz ehrlich: Mandanten sind unberechenbar. Für mich persönlich gilt aber Folgendes: Vertrauen definiert Wikipedia zurecht mit der subjektiven Überzeugung von der Richtigkeit, Wahrheit von Handlungen, Einsichten und Aussagen bzw. der Redlichkeit von Personen. Vertrauen kann demgemäß nur zwischenmenschlich aufgebaut und gehalten werden. Das „Vertrauen“ zwischen Personen entsteht durch deren individuell abgestimmten Handlungen – auch z. B. gegenüber Dritten wie der Bank, dem Finanzamt oder Finanzgerichten. Siri erfüllt dies nicht.

Ihre Frage indiziert aber auch das Fehlverständnis einzelner Mandanten, die Arbeit der Steuerberatungskanzlei beziehe sich ausschließlich auf eine Deklarationsberatung, die rein technisch lösbar sei. Ein Trugschluss: Mandanten vergessen die Gestaltungs- und Abwehrberatung sowie die zu leistende hohe Facharbeit in der Deklarationsberatung, um erst später auftretende Haftungsrisiken z. B. während einer Außenprüfung zu verhindern.

Das hohe Fachwissen der Berater, das durch die Seminarreihe „Aktuelles Steuerrecht“ um die neuesten Entwicklungen aus der Gesetzgebung, der Finanzverwaltung und der Rechtsprechung aktualisiert und vertieft wird, ist existenziell für den gemeinsamen Erfolg von Beratern und deren Mandanten.

Mandanten gegenüber sollte diese Thematik offensiver als bislang angesprochen werden: Denn steuer kann nur ein Steuermann bzw. eine Steuerfrau, nicht Siri! Oder – und so schließt sich der Kreis zu Ihrer Eingangsfrage: Der umsichtig taktierende und sich auf alle neuen Situationen einstellende Bundesligatrainer kann nicht durch einen Roboter ersetzt werden.

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Foto: complize | M.Martins/adobe stock

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